Kleiner Knigge für den Schweizurlaub

Deutschland und die Schweiz sind nicht nur direkte Nachbarn, sie sind sich auch kulturell sehr nah. Doch gerade über die feinen Unterschiede stolpert man leicht. Um im Schweiz-Urlaub Fettnäpfchen zu vermeiden und niemandem auf den Schlips zu treten, sollte man über die Gepflogenheiten des Landes Bescheid wissen.

Kleiner Knigge für den Schweizurlaub
Das Matterhorn - Wahrzeichen der Schweiz
Sommerurlaub in der Schweiz

Ob im Winter zum Skifahren oder im Sommer zum Wandern – viele Deutsche werden Jahr für Jahr Angebote Last Minute-Urlaub Schweiz von attraktiven Reiseangeboten in die Schweiz gelockt. Dort angekommen hat man allerdings gar nicht unbedingt das Gefühl, das Land gewechselt zu haben. Sicher, die Berge sind höher und die Preise sind es allemal und werden in einer anderen Währung gezahlt. Im Grunde aber neigen deutsche Urlauber heimlich dazu, die Schweizer für Deutsche zu halten, die einen besonders ausgefallenen Dialekt sprechen. Dass man mit so einer Einstellung den Einheimischen auf den Schlips tritt, ist klar. Gerade in der Schweiz haben Höflichkeit und Respekt einen äußerst hohen Stellenwert. Im Folgenden eine kleine Einführung in die Schweizer Mentalität und Gepflogenheiten.

Ein Land – drei Sprachen

Natürlich kann man nur bedingt von den Schweizern „an sich“ sprechen – Zürich ist anders als Bern, der Jura anders als die Schweizer Alpen. Besonders die drei verschiedenen Sprachgemeinschaften, Italienisch, Französisch und Schweizerdeutsch, prägen die Kultur der jeweiligen Landesteile. Aber wenn man etwas über die Mentalität der Schweizer im Allgemeinen sagen würde, dann sicherlich, dass sie äußerst höflich sind. Die politische Kultur ist nach außen durch die traditionelle Neutralität des Landes, innenpolitisch durch das hohe Mitspracherecht der Bürger in der direkten Demokratie bestimmt. Ob in der Arbeitswelt oder im sozialen Miteinander, stets stehen Kompromisse und gemeinsame Lösungen im Fokus.

Bescheidenheit ist Trumpf

Der vorsichtige Umgang der Schweizer miteinander kann auf Deutsche manchmal etwas umständlich wirken. Direkt zur Sache gekommen wird selten, stattdessen wird großen Wert auf die notwendigen Höflichkeitsphasen gelegt. Statt zu fordern fragt der Schweizer lieber nach, und statt direkter Kritik greift er lieber auf großzügige Umschreibungen zurück. Auch bei hitzigen Diskussionen wird man hier selten laut und lässt sich gegenseitig ausreden. Selbstbewusstsein demonstriert der Schweizer durch gute Form und Bescheidenheit – entsprechend wenig Respekt verdient man sich durch lautstarkes Auftreten oder Rechthaberei.

Eine gemeinsame Sprache – oder doch nicht?

In der Schweiz begrüßt man sich, wie in Deutschland, per Handschlag. Ob man zur Begrüßung das Schweizerdeutsche Grüezi verwendet, sollte man sich gut überlegen. Von manchen wird es als Anbiederung empfunden, andere schätzen es als nette Geste – dafür bekommt man aber schnell ein Gefühl. Vor dem Versuch, komplett Schweizerdeutsch zu sprechen, sollte man sich jedoch hüten, das geht meist nach hinten los. Wer nur überall ein typisch Schweizerdeutsches „li“ dranhängt und das „Ch“ überbetont, macht sich selbst, aber auch die Sprache lächerlich. Einige wichtige Wörter zu kennen und einfließen zu lassen wird aber durchaus gern gesehen. Auf diesem Blog gibt es eine Vokabelliste für Schweizerdeutsch nützliche Vokabelliste für Schweizerdeutsch.

Schweizerdeutsch ist kein Dialekt

Schweizerdeutsch verstehen zu können, ist viel wichtiger, als es selbst zu sprechen. In Deutschland ist man es gewohnt, Menschen mit Dialekt dazu anzuhalten, doch bitte Hochdeutsch zu sprechen, wenn man sie nicht versteht. Schweizerdeutsch ist jedoch kein Dialekt des Deutschen sondern eine eigene Sprache. Es kann daher als unhöflich empfunden werden, einen Schweizer wegen Verständigungsproblemen zu Hochdeutsch zu nötigen. Viele Schweizer sprechen auch kein fehlerfreies Hochdeutsch und fühlen sich dabei unwohl.

Die Gemeinsamkeiten überwiegen

Alles in allem muss man sich als Urlauber in der Schweiz nicht allzu viele Gedanken machen. Anders als etwa im asiatischen Raum, dessen Verhaltensregeln man erst lernen muss, kann man sich in der Schweiz ganz gut auf sein Gefühl für angemessenes Verhalten verlassen. Als Faustregel kann gelten, dass man sich in der Schweiz in Sachen guter Erziehung am besten von seiner besten Seite zeigt. Dann kommt man mit den Schweizern wunderbar zurecht. Nur eines sollte man unter keinen Umständen tun: Einem Schweizer gegenüber mit der deutschen Nationalmannschaft prahlen. Wenn es um Fußball geht, kann es auch in der Schweiz schnell vorbei sein mit der berühmten Neutralität.

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Bildquellen:

Bild 1: Pixabay.com © stevepb (CC0 Public Domain)
Bild 2: Schweiz Tourismus
Bild 3: Schweiz Tourismus

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